STADION-WETTER
INFO
Andere Artikel:

Machtkampf entschieden -
Beiersdorfer verlässt den
HSV! Die Pressekonferenz
(24.06.09)

Machtprobe im Vorstand!
Nur zusammen geht nicht?

(20.06.09)
© 2009 | HSV3000 | Impressum | Kontakt | Rechtliche Hinweise | Member of HSV-Supporters-Club | Partner: fussball-foren.net

MACHTKAMPF ENTSCHIEDEN!
Andächtig: Schluss nach sieben Jahren HSV.

BEIERSDORFER VERLÄSST DEN HSV!

Es hatte sich schon im Laufe des Tages angebahnt und auch die Entwicklungen der letzten Tage liessen darauf schliessen, dass Sportchef Dietmar Beiersdorfer am Abend seinen Job verlieren wird. So trat um 23:07 Uhr, nach über zwei Stunden, ein sichtlich ausgepowerter HSV-Aufsichtsrats-Boss Horst Becker im Nobel-Restaurant "Insel" an der Außenalster vor die versammelte Presse:"Der Aufsichtsrat hat einer einvernehmlichen Auflösung des Vertrages von Dietmar Beiersdorfers zugestimmt. Wir alle bedauern dies sehr und möchten Dietmar Beiersdorfer für die erfolgreiche Arbeit in den letzten sieben Jahren danken." Gründe nannte er nicht.

Stellte sich natürlich die Frage nach einem möglichen Nachfolger, hier sei man auf der Suche nach einer Lösung, habe diese aber noch nicht diskutieren können, so Becker. Er verwahrte sich auch davor, dass man noch vor einer endgültigen Entscheidung über einen Nachfolger Beiersdorfers nachgedacht habe. Dieses käme einer Frevelei gleich, so Becker. Denkbar wäre allerdings eine Interimslösung aus den eigenen Reihen, erklärte Becker etwas später. Zur Auswahl steht da wohl in erster Linie Ex-HSV Profi und Aufsichtsrat Sergej Barbarez, der allerdings so kurz nach der Sitzung zu keiner Stellungnahme bereit war. Ian Karan war schockiert über die Entwicklung und empfand eine gewisse Art von Trauer bei dem, was gerade beschlossen wurde.

Trauer, die einer sicher nicht teilen wird, der Vorstandsvorsitzende Bernd Hoffmann. Er geht zwar persönlich als Sieger vom Platz, muss jedoch jede Menge Pfiffe von den Rängen erwarten, denn Beiersdorfer war beliebt bei den Fans und konnte sich in vielen Fan-Votings über regen Zuspruch freuen. Doch die Rolle des Siegers in diesem Machtkampf wollte Becker dem HSV-Chef dann doch nicht zusprechen, es sei genug spekuliert worden und man wisse um die Qualitäten von Bernd Hoffmann, analysierte Becker.

Aufsichtsrats-Boss: Horst Becker bei der "Urteilsverkündung"

Nun heisst es für den HSV aber auch schnell wieder in die Spur zu finden und zügig einen Nachfolger zu finden, der mit Bruno Labbadia die Kaderplanung für die neue Saison vorantreibt. Doch wie handlungsfähig ist der Verein ohne seine zentrale Schnittstelle 10 Tage vor dem Trainingsauftakt? "Der HSV ist handlungsfähig", sagt Becker "schliesslich geht Dietmar Beiersdorfer ja nicht heute nach Hause und packt seine Sachen, sondern wird seinen Arbeitsplatz in aller Ruhe und Freundschaft übergeben."

Doch bei aller Freundschaft war auch Horst Becker, der mit dem jetzt ehemaligen Sportchef heute noch über zwei Stunden diskutierte, nicht in der Lage Beiersdorfer zu überzeugen. Horst Becker stellte auch klar, dass man Beiersdorfer nicht rausgeworfen habe, sondern, dass es Beiersdorfers Entscheidung gewesen sei, den Verein zu verlassen. Somit fällt die dringend notwendige Kaderplanung in die Hände des verbliebenen Vorstands und somit auch Bernd Hoffmann, dem gerade diesbezüglich eine Blockade-haltung gegenüber Beiersdorfers Wunschspielern vorgeworfen wurde. Dem zugrunde soll auch der Umstand liegen, dass der HSV noch keinen Transfer in der Sommerpause getätigt hat.

Alexander Otto - Personalausschuss

Nach den Abgängen von Ivica Olic und den Leihspielern aus der Winterpause müsste man um die Leistungsfähigkeit des Kaders bangen. "Wir haben einen konkurrenzfähigen Kader", erklärt Becker, die Abgänge seien Spieler gewesen, die ohnehin nur wenig bis gar nicht gespielt hätten. Genaueres müsste man bei Bernd Hoffmann erfragen. Ausgerechnet Bernd Hoffmann, soll nun also der Ansprechpartner für sportliche Entscheidungen in der Mannschaftsplanung 2009/2010 sein? Horst Becker fügte diesbezüglich allerdings noch Hoffmanns operative Verantwortung hinzu, in dessen er natürlich auch für die Spieler-verpflichtungen verantwortlich sei.

Im Zuge des Machtkampfes im Vorstand und der vielen negativen Schlagzeilen ging es vielen erneut um die unglückliche Aussendarstellung des Vereins. Schon bei der Flucht Martin Jols nach Amsterdam erzeugte der HSV zu Beginn einen unaufgeräumten Eindruck. Und auch im Verlauf des aktuellen Disputs zwischen Hoffmann und Beiersdorfer war der Aufsichtsrat unzufrieden. "Man hätte vielleicht vorher etwas mehr diskutieren sollen, dass ist aber nicht geschehen," sagt Becker, der aus den letzten Wochen entsprechende Lehren für die Zukunft beim HSV ziehen möchte. Genau dies hatte Aufsichtsratskandidat und Ex-Stadionsprecher Marek Erhardt bei seiner Kandidatur im Januar diesen Jahres gefordert: Mehr Kommunikation!

Die fand in den letzten Tagen zur Genüge statt. Am Montagabend (22.06.) trafen sich die Mitglieder des Personalausschusses Horst Becker, Bernd Enge, Ernst Otto Rickhoff und Alexander Otto mit den beiden Streithähnen in Ottos Villa in Poppenbüttel, um den tiefen Grabenkämpfen Einhalt zu gebieten. Ohne Erfolg wie man gestern feststellen musste. Beiersdorfer zog also seine Konsequenzen aus dem jahrelang dahinsiedenden Streit mit Bernd Hoffmann und wird eine emotionale Lücke beim HSV und seinen Fans hinterlassen.

Zur Pressekonferenz (Audio).
(24.06.09)
Zurück zur Startseite von HSV3000.de!
www.hsv3000.de