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Warum hat Jol wirklich

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(26.05.09)
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HOFFMANN: "WIR KONNTEN UNS NICHT EINIGEN!"
Es war kurz vor 18:00 Uhr als HSV-Boss Bernd Hoffmann vor die versammelte Presse trat, um das zu bestätigen, was wohl schon seit mehreren Tagen intern beschlossen war. Martin Jol verlässt den HSV und wechselt zur neuen Saison zu Ajax Amsterdam. Dort unterschreibt er diese Woche einen Drei-Jahres-Vertrag. Wir haben für Euch noch einmal das komplette Interview mit Bernd Hoffmann zusammengestellt.

Bernd Hoffmann kurz vor der Pressekonferenz.

Frage: Bernd Hoffmann, ein Tag an dem sich die Ereignisse für alle überschlagen haben, was ist Stand um 17:55 Uhr?

Bernd Hoffmann: Ja natürlich, die haben sich überschlagen, auch für uns. Wir haben den Vertrag mit Martin Jol im gegenseitigen Einverständnis aufgelöst. Er hat uns darum gebeten. Das war eine Konsequenz der Gespräche, die wir sehr intensiv in den letzten Tagen und Wochen geführt haben. Wir haben eine tolle Zeit hier verlebt, ein tolles Jahr gemacht, Martin hat einen Superjob hier gemacht, aber wir haben uns in der Tat nicht über die Modalitäten der zukünftigen Zusammenarbeit einigen können. Und da fanden wir ist es besser, jetzt einen klaren Schnitt zu machen.

Frage: Woran hat's denn gelegen?

Hoffmann: Wir haben intensiv miteinander gesprochen, haben alle Fälle der Zusammenarbeit beleuchtet und ohne auf die Einzelheiten eingehen zu wollen, war's unterm Strich so, dass es aus unserer Sicht und auch aus Martins Sicht für die Zukunft nicht gemeinsam passt.

Frage: Also lag es jetzt nicht daran, dass das Angebot vom Ajax so gut war?

Hoffmann: Das kam natürlich jetzt noch hinzu, das war eine Entwicklung der allerletzten Tage und Stunden, dass Ajax Martin eine sehr langfristige Perspektive geboten hatte, in der Art und Weise und der Funktion wie er sich vorstellt. Und da haben wir seinem Wunsch nach Vertragsauflösung auch entsprochen.

Frage: Jetzt war ja auch eine Delegation aus Amsterdam heute hier, ging es da auch um eine Ablöse?

Hoffmann: Wir haben sehr gute Beziehungen zu Ajax schon in den letzten Jahren bekommen, haben ja einige Geschäfte schon miteinander abgewickelt und in dem sehr guten Verhältnis miteinander gesprochen und eine Regelung erzielt, die für beide Vereine akzeptabel ist.

Frage: Die Fans trauern, sehen sozusagen die Kontinuität beim HSV in Gefahr...

Hoffmann: Also da brauch sich glaub ich keiner Sorgen zu machen, das ist in der Tat natürlich nicht schön, dass wir jetzt für die kommende Saison den Trainer tauschen müssen, aber uns ist das lieber, wenn wir das jetzt direkt nach Abschluss einer erfolgreichen Saison machen können, das wir ausreichend Zeit haben mit ihm auch gemeinsam die Zukunft, die nächste Saison zu planen. Und wir haben in den letzten Jahren gezeigt, dass wir durchaus in der Lage sind, richtige Personalentscheidungen zu treffen und das werden wir auch diesmal schaffen.

Frage: Hat Martin Jol die richtige Perspektive gefehlt?

Hoffmann: Über Einzelheiten wollen wir da nicht sprechen, es gab in der Tat unterschiedliche Punkte, die wir gemeinsam nicht finden konnten und dann ist es besser dem auch ins Auge zuschauen und dann auch die Konsequenzen daraus zu ziehen.

Frage: Ist es für sie jetzt ein unglücklicher Zeitpunkt sich auf die Trainersuche machen zu müssen?

Hoffmann: Nein, ich glaube der HSV ist ein ausgesprochen attraktiver Verein, mit einem ausgesprochen attraktiven Arbeitsplatz jetzt nach Abschluss der Saison. Wir sind wieder für Europa qualifiziert, wir sind wirtschaftlich handlungsfähig, so dass wir gemeinsam mit dem neuen Trainer einen Kader zusammenstellen können, der auch seinen Vorstellungen entspricht, und von daher gehe ich ganz ruhig, gelassen und optimistisch in die nächsten Wochen.

Frage: Ist Mirko Slomka ein Kandidat?

Hoffmann: Das haben wir ja schon beim letzten Mal so gehalten, dass wir keinen einzigen Namen kommentieren. Das haben wir das letzte Mal sechs Monate geschafft, diesmal werden wir's auch ein paar Tage schaffen.

Frage: Ist denn jetzt Gelassenheit angesagt, die Vorbereitung beginnt ja schon wieder im Juli, ist da nicht eine schnelle Lösung notwendig?

Hoffmann: Wir werden sicher eine zeitnahe Lösung finden, uns sicherlich nicht soviel Zeit lassen wie letztes Mal. Ich geh davon aus, dass wir sehr kurzfristig einen neuen Trainer haben werden, mit dem wir die Planung für die neue Saison angehen können.

Frage: Sind Sie ein kleines bischen enttäuscht darüber, das ein Mann, der jetzt geht, noch vor drei Tagen gesagt hat, er würde gerne drei vier Jahre hierbleiben und offensichtlich selbst andere Vorstellungen von seiner Zukunft hatte?

Hoffmann: Natürlich ist das enttäuschend, wenn man eine langfristige Zusammenarbeit, die auf Kontinuität und Vertrauen besteht, schon nach einem Jahr abbrechen muss, die ja nun auch sportlich erfolgreich war. Deswegen ist es schade. Ihm selber will ich jetzt keinen Vorwurf machen. Ich finde es einfach nur konsequent, wenn ein solches Angebot auf dem Tisch liegt, dann einfach auf der Basis des Vertrauens, was wir in dem Jahr erarbeitet haben, sich in die Augen zu schauen und zu sagen es passt einfach für uns gemeinsam in der Zukunft nicht, und dann müssen wir halt auch den Schnitt machen, bevor es für beide Seiten schmerzhaft wird.

Frage: Können Sie sagen, was mit seinem Trainerteam wird?

Hoffmann: Da sind wir jetzt in einzelnen Gesprächen, den Ergebnissen will ich da noch nicht vorgreifen.

Frage: Was war denn für Martin Jol ausschlaggebend das Angebot aus Amsterdam anzunehmen?

Hoffmann: Wir haben in den letzten Wochen eine ganze Reihe von inhaltlichen Gesprächen geführt. Und da kam jetzt dieses Angebot, was ihm eine sehr langfristige Perspektive bei Ajax bietet, das hat er angenommen, über Einzelheiten der Gespräche, die wir geführt haben, werde ich ganz sicherlich nichts sagen.

Frage: Bedauern Sie es persönlich, dass er den HSV verlässt?

Hoffmann: Ich bedaure es auf jeden Fall. Wir hatten eine tolle Zeit hier miteinander, wir haben wirklich das sportlich erfolgreichste Jahr seit mehr als 20 Jahren hier beim HSV gehabt, haben gemeinsam was aufgebaut und daher bedaure ich es sehr. Wir haben ein sehr herzliches Verhältnis hier im Führungsteam gehabt, daher ist es auch sehr schade, dass er nach Amsterdam geht. Aber er wird sicherlich auch immer einen Koffer oder Haus in Hamburg haben.

Frage: Gibt es schon Reaktionen von der Mannschaft?

Hoffmann: Die Mannschaft ist informiert, aber einzelne Reaktionen habe ich nicht bekommen.

Frage: Ein zweites Gerücht kursiert, nicht nur Martin Jol verlässt den HSV sondern auch Dietmar Beiersdorfer, was ist da dran?

Hoffmann: Also da ist nun gleich gar nichts dran. Wir arbeiten ja schon seit mehr als sechs Jahren zusammen. Da kann ich Sie beruhigen.


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(26.05.09)
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