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MAREK ERHARDT - AUFSICHTRATSKANDIDAT

Er fordert ein Umdenken in der Außendarstellung des HSV. Auch in den brisanten Fragen Ausgliederung und externe Finanzinvestoren vertritt er deutlich seine Meinung. Marek Erhardt, vier Jahre lang hat er an der Seite von Lotto King Karl und Pape die Fans auf spannende 90 Minuten eingestimmt. Nach dem Wechsel des Medienpartners (jetzt NDR2, vorher Radio Hamburg) möchte Marek nun seine längjährige Verbundenheit zum HSV mit dem Ehrenamt im Aufsichtsrat ausdrücken. Marek Erhardt ist 39 Jahre alt, verheiratet und hat 2 Kinder, von Beruf Schauspieler, Moderator und Rechteverwalter.

ME:"Der Aufsichtsrat darf niemals der Vorstand vom Vorstand sein."

Marek Erhardt (39) - Vom Rasen in den Aufsichtsrat?

HSV3000.de: Hallo Marek...

Marek Erhardt: Hi Olli,...

HSV3000.de:....in genau sieben Tagen, am 25.01. wird es spannend, dann ist Jahreshauptversammlung und somit Showdown für die Aufsichtsratswahl unseres HSV, einem Gremium in dem es ja häufig auch heiss her geht und sich die Presse auf interne nach aussen getragene Querelen einschiesst, eigentlich ja ziemlich unangenehm, warum kandidierst Du trotzdem?

Marek: Also als erstes wundert es mich ohnehin, dass diese Querelen immer in der Öffentlichkeit landen. Man ist sicher in einer Medienstadt wie Hamburg nicht immer in der Lage alles geheim zuhalten, aber es erzeugt eine enorme Unruhe, lenkt vom sportlichen Erfolg und den Plänen, die der HSV hat ab. Und man bekommt vom HSV immer so den Eindruck, als wenn es unglaublich viele Grabenkämpfe im Verein gibt, Grabenkämpfe, die auch von Ronny Wulff, einem aktiven Aufsichtsratsmitglied in einem Abendblattinterview nach der Veranstaltung im Haus des Sports bestätigt wurden. Ich will im Aufsichtsrat dafür sorgen, dass Themen, die den Aufsichtsrat betreffen, besser oder auch einfach nur anders an die Presse kommuniziert werden. Und im Umgang mit der Presse kenne ich mich gut aus. Aber wichtig ist: Ich kann nur Tips geben, da ich selber zu schweigen habe!!! Daran lasse ich mich messen!

HSV3000.de: Du stehst für mehr Kommunikation, aber auch der alte Aufsichtsrat, wird als Wege der Kommunikation sicher nicht nur eMail und SMS genutzt haben, sondern auch miteinander gesprochen haben, was muss anders werden?

Marek: Da der Aufsichtsrat unter Ausschluß der Öffentlichkeit tagt, kann ich natürlich nicht etwas zu deren bisherigen Abläufen sagen. Der neue Aufsichtsrat muss allerdings rechtzeitig über Veränderungen und Entwicklungen vom Vorstand oder auch von den Mitgliedern informiert werden, um auch Zeit genug zu haben, sich auf das Thema vorzubereiten, abzuwiegen und dann darüber entscheiden zu können. Ich bin kein "Abnicker"! Es wird immer nur von dem Verhältnis Aufsichtsrat zum Vorstand gesprochen, der Aufsichtsrat ist der verlängerte Arm der Mitgliedschaft, somit müssen auch die Wege Aufsichtsrat-Mitgliedschaft und Mitgliedschaft-Aufsichtsrat in Angriff genommen werden. Man muss sich unterhalten und kommunikation dahingehend verbessern, dass Meinungen und Entscheidungen und kontroverse Diskussionen nicht nach aussen dringen, etwas was der letzte Aufsichtsrat nicht immer geschafft hat. Der Aufsichtsrat muss Geschlossenheit demonstrieren! Daher wäre ich dafür einen "unabhängigen" Pressesprecher, der die Entscheidungen des Aufsichtsrats der Öffentlichkeit mitteilt. Dies würde auch den Aufsichtsratsvorsitzenden aus der Schußlinie nehmen.


MAREK:"...MAILSYSTEM SOLL STIMMUNGEN ERKENNEN!"
Kommunikationsprofi - Marek fragt nach!

HSV3000.de: Welche Reihenfolge muss dann die Informtionskette haben, bis die Nachricht am Ende die Mitgliedschaft erreicht?

Marek: Erstmal muss der Aufsichtsrat die Materie auf dem Tisch haben, um zu sehen, worum es geht, um keine falsche Entscheidung zu treffen. Denn der Aufsichtsrat entscheidet häufig über sehr, sehr viel Geld und hat somit auch eine Haftungspflicht gegenüber den Mitgliedern, die er nur dann wahrnehmen kann, wenn er genügend Zeit hat sich mit der Materie über die entschieden werden soll zu informieren.Wenn ich dann Dinge nicht verstehe, muss ich so lange nachfragen, bis ich sie verstehe und nicht einfach ja oder nein sagen!
Die zweite Kette ist die interne Kommunikation, dass heisst Stimmungen, kritische oder auch positive, dürfen und das ist wichtig, nicht mit dem Vorstand diskutiert werden. Der Aufsichtsrat muss sich intern einig sein, wie er entscheiden will, denn er ist ein Kontrollorgan. Jojo hat das neulich mal richtig gesagt, man wird nicht dafür gewählt, heile Welt mit dem Vorstand zu machen, sondern mit dem Vorstand zusammenzuarbeiten. Dann muss die Entscheidung dem Vorstand und auch den Mitgliedern zeitnah mitgeteilt werden, so ist der Weg.

HSV3000.de: Wie willst Du die Mitgliedschaft mehr mit dem Aufsichtsrat verbinden?

Marek: Ich habe letzte Woche ein Gespräch mit einer großen Internetfirma geführt und mal nachgefragt wie sowas funktionieren könnte. Ich möchte gerne ein sogenanntes Mailsystem beim HSV einführen über das die Mitglieder dem Aufsichtsrat Anregungen geben können. Das kann per eMail oder auch per Post geschehen. Darüber können Schwingungen und Stimmungen erfasst werden, die der Aufsichtsrat allerdings, und das ist das schwierige, nicht bewerten darf. Hierbei könnte unter Umständen in das operative Geschäft eingegriffen werden! Dieses Mailsystem soll natürlich nicht für Anfragen, wie darf ich in der nächsten Stadionshow meinen 50-Jährigen Schwager zum Geburtstag gratulieren oder als Sorgetelefon verstanden werden, es soll dem Aufsichtsrat helfen, Schwingungen und Probleme in diesem großen Verein einzufangen, um sie dem Vorstand bei Bedarf weitergeben zu können. Außerdem haben die Mitglieder die Möglichkeit sich zu äußern! Des Weiteren ist jedes mir bekannte Gremium in der "HSV Live" vertreten, warum nicht endlich auch das "höchste Ehrenamt" des Vereins! Auch der Vorschlag von Horst Becker, einen Tag der offenen Tür zu etablieren, wäre eine gute Möglichkeit!Es muss nur auch gemacht werden!!! Im Idealfall wäre sogar der Vorstand mit an dieses Mailsystem angebunden und hätte somit sein Ohr direkt an der Mitgliedschaft, denn nur der Vorstand und die Mitglieder selbst können etwas ändern.


MAREK:"...FÜR JEDEN IMMER EIN OHR!"
Zuhören und bewerten!

HSV3000.de: Dann fange ich doch mal beim potentiellen Aufsichtsrat Marek Erhardt an, wie offen bist Du für Vorschläge aus der Mitgliedschaft?

Marek: Ich glaube, dass ich in meiner vierjährigen Zeit als Stadionsprecher eines in diesem Verein immer Bewiesen hatte, ich hatte für jeden immer ein Ohr. Ich habe mir selbst Probleme angehört, die mich eigentlich nichts angingen, für die ich eigentlich nichts konnte, weil sie eigentlich nicht meinen Aufgabenbereich betrafen. Durch meine damalige Nähe zur Mannschaft und zum Verein konnte ich bestimmte Schwingungen feststellen, an den Vorstand weiterleiten und denen sagen, ich habe gehört, das und das stört oder das und das kommt gut an. Ich hatte natürlich überhaupt keinen Einfluss, das einzige was ich machen konnte war, es weiter zu kommunizieren.

HSV3000.de: In welcher Rolle siehst Du dich persönlich in solchen Momenten?

Ich denke, dass ich durch meine Art und Weise auf Menschen zuzugehen, Konflikte lösen kann, dass ich so frech sein kann Konflikte zwischen zwei Parteien anzusprechen und auch in bestimmten Situationen die Schnauze halte, wenn ich merke, dass diese beiden Konfliktparteien gerade auf dem besten Wege sind sich zu einigen. Wenn man sich da nochmal einmischt, kannst du auch viel kaputt machen. Und es sind auf Mitgliederver-sammlungen so viele unterschiedliche Menschen auf mich zugekommen, nicht weil sie mich so "geil" finden, sondern weil sie wissen wollten, wie ich kommuniziere. Es war mir auch immer wichtig, das mein Gegenüber weiss, wie ich drauf bin und warum. Ich glaube, dass diese Ehrlichkeit und Offenheit eine Sache ist, die mich auszeichnet und die der Aufsichtsrat gebrauchen kann.


HSV3000.de: Wie sehr würdest Du Dich über eine Mitarbeit der Supporters im Aufsichtsrat freuen?

Marek: Ich würde das als sehr wichtig ansehen. Ich finde aber auch, dass das Wort Supporters in allen Diskussionen immer wieder so einen negativen Touch bekommt. Ich bin selber auch Supporter, auch Bernd Hoffman sagt ja immer, er ist förderndes Mitglied und Supporter (Mitgliedschaft liegt gerade still, d. Red.). Warum können wir dieses Wort Supporter nicht mal positiv sehen? Sie sind wie alle anderen auch, HSVer. Es sind doch fast alle Aufsichtsratskandidaten "Supporter". Ronny Wulff hat für mich eine super Arbeit im Aufsichtsrat geleistet, auch er ist Supporter. Außerdem mache ich meine Zusammenarbeit nicht davon abhängig, wer Kandidaten ins Rennen schickt sondern von ihrer Qualifikation. Ein Bespiel ist Ian Karan, ein Mann der mit nichts nach Deutschland kam und der aufgrund seiner Qualifikation unglaubliche Dinge im Leben erreicht hat! Und das alle anderen Kandidaten auch Qualifikationen besitzen, hat glaube ich jeder auf seine Art bewiesen!


MAREK:"...BEGRIFF "SUPPORTERS" NEU DEFINIEREN!"
Über alternative Außendarstellungen nachdenken!

HSV3000.de: Wie kann man den Begriff "Supporters" denn positiv besetzen?

Marek: Als allerwichtigstes sollte man mal endlich aufhören, das Wort zu pauschalieren...es gab Zeiten, da hab ich da Gefühl gehabt, Supporters wurde gleichgesetzt mit Hooligans, Steinewerfern, Schlägern und Fans, die sich überall daneben benehmen. Hallo? Es wäre wohl mal an der Zeit, dass sich die unterschiedlichen Parteien mal an einen Tisch setzen und sich auch mal gegenseitig unterstützen. Wenn es um negativ Schlagzeilen der Supporters geht, würde ich mir auch mal wünschen, dass sich der Vorstand mal vor seine Supporters stellt. Umgekehrt natürlich auch! Vielleicht müssen wir alle mal den Begriff "Supporter" neu definieren!


HSV3000.de: Du sprichst von Entscheidungen und Gesprächen innerhalb des Rates, nun wissen wir ja, dass Du als Schauspieler wegen Dreharbeiten häufig unterwegs bist, könntest Du bei dringenden Abstimmungen innerhalb des Aufsichtsrats spontan Drehtage sausen lassen?

Marek: Also erstens gibt es Termine für turnusgemässe Aufsichtsratssitzungen, die musst du dir im Kalender blockieren. Im Moment habe ich das ganz große Glück, dass ich die nächsten zwei Jahre ausschliesslich in Hamburg arbeiten werde. Ich kann somit schonmal garantieren, dass ich die nächsten zwei Jahre definitiv für den HSV hier sein werde. Sonst dürfte ich diese Aufgabe auch nicht annehmen. Gerade bei kurzfristigen Anlässen musst du da sein, dafür wirst du gewählt und das hast du einzuhalten. Ausserdem haben wir ein ausgeprägtes Netz an Telekommunikation, wir haben einen sensationellen eMail-Verteiler. Und bestimmte Kreisläufe, die entschieden werden müssen, entscheiden nicht von 23:00 auf 0:00 Uhr sondern zwischen dem 16. und 18. eines Monats. Hier wäre man ja als Rat auch schon sensibilisiert und weiss in entsprechenden Situationen, wie man entscheiden würde und kann das dem Aufsichtsrat klar machen.


MAREK:"...HSV-SPIELE GEHÖREN DEM VEREIN!"
Ohne Zweifel, Marek vertritt eine klare Linie.

HSV3000.de: In Sachen Ausschreibung der zukünftigen Bundesligarechte ging es Anfangs um Summen zwischen 3 und 4 Milliarden Euro, am Ende wurden es 1,65 Milliarden, die den 36 Bundesligaclubs aktuell etwa 412 Millionen Euro pro Jahr zusichern, das ist manchen Clubs noch zu wenig. Es wird davon gesprochen neue Einnahmequellen zu erschliessen. Stichwort die 50+1 Regel, die den Vereinen die Mehrheit am Verein erhält und Großinvestoren wie einen Abramowitsch (FC Chelsey) in der Premier League ausschliesst, Martin Kind Präsident von Hannover96 will diese Regel kippen, wie stehst Du dazu?


Marek: Fantastische Zahlen! Aber wer kann die zur Zeit wirklich bezahlen. Irgendwann könnte auch diese Blase platzen! Jedes Bundesligaspiel des HSV gehört irgendwie, wenn wir mal ehrlich sind, dem Verein, damit den Mitgliedern und allen, die mit dem Verein zu tun haben. Bei uns greift diese Regelung ja gar nicht, denn wir haben nicht ausgegliedert. Ich würde sie aber wenn ich müsste, unterstützen. Sind wir mal ehrlich: Ein Großinvestor würde doch sowieso nur Interesse an den großen Vereinen haben, wozu wir auch zählen, andere würden auf der Strecke bleiben, wird z.Zt. in England sehr deutlich! Außerdem ist es ja schön, dass Herr Kind die Regel kippen will, dafür braucht er allerdings erst mal eine 2/3 Mehrheit in der Mitgliederversammlung des Ligaverbandes und des DFB, um die Satzungsänderung durchzusetzen.


HSV3000.de: Im Zusammenhang mit 50+1 folgt für viele die Frage nach der Ausgliederung, die ja seit Juni 2005 nach der aoMV vom Tisch ist. Wie stehst Du dazu, die Lizenspielerabteilung aus dem Universalsportverein auszugliedern, um diese dann eigenständig vermarkten zu können?

Marek: Ich sehe überhaupt keine Notwendigkeit dazu. Wir können es z.B. an der Sportlichkeit festmachen. Wir stehen in der Bundesliga auf einem guten Tabellen-Platz, sind im DFB-Pokal und im UEFA-Cup noch dabei. Wir haben ein sehr gutes Team, haben jetzt einige Unsicherheiten, weil wir nicht wissen was mit Nigel de Jong wird auf der anderen Seite die Gewissheit das Olic uns zum Sommer verlassen wird. Es gibt zur Zeit keinen Grund sich einen Finanzpartner in diesen Verein zu holen, es gibt aber etwas, worüber man nachdenken muss. Sollte sich die steuerliche Situation wirklich so verändern, dass ein Finanzamt kommt und sagt, also so wie ihr wirtschaftet, das ist kein e.V. mehr, dann wäre es ja vermessen nicht über diese Problematik nachgedacht zu haben und in dem Falle Plan B in der Schublade zu haben. Ich glieder mich doch lieber selbst aus, als das ich mich nach Gesetzes Vorschriften ausgliedern lasse. Trotzdem ganz klar, die Ausgliederung beim HSV stellt sich für mich nicht im Moment, auch in den nächsten Jahren nicht.


MAREK:"...SIND AUF EINEM RICHTIG GUTEN WEG!"
Denkt positiv!

HSV3000.de: Unser Vorstand wird sicher für solche Fälle Optionen im Hinterkopf haben, wie beurteilst Du die Arbeit von Bernd Hoffmann & Co in den letzten vier Jahren?

Marek: Ich bin mit der Arbeit des Vorstandes sehr zu frieden, weil das alles ganz super aussieht, wir können ja auch in die Bilanzen reinschauen, wir wissen auch was da passiert, trotz alledem, das muss ich fairerweise sagen, habe ich natürlich als "Nicht-Aufsichtsrat" auch nicht den wirklichen Einblick bestimmte Abläufe zu erkennen, aber mit dem das was ich sehe, lese und höre sind wir auf einem richtig guten Weg.

HSV3000.de: Vielen Dank und viel Glück nächsten Sonntag.

Marek: Danke!

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